Bei der „radikal bio-regional“ München 2026 wurde erneut die nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung in den Fokus gerückt. Ende April traten 22 Studierende der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement des Beruflichen Schulzentrums Alice Bendix in drei Teams gegeneinander an und entwickelten kreative Bio-Menüs unter Wettbewerbsbedingungen. Die große Bio-Kochaktion zeigte, wie moderne, regionale und gesundheitsfördernde Küche im Care-Bereich praktisch umgesetzt werden kann.
Bio-Kochwettbewerb in München zeigt Praxislösungen für Gemeinschaftsverpflegung
Der Bio-Kochwettbewerb in München „radikal bio-regional“ 2026 vereint in einem spannenden Wettbewerb eine anspruchsvolle Nachwuchsförderung mit nachhaltiger Küchenpraxis. Studierende und angehende Fachkräfte entwickeln Menüs, die nicht nur gut schmecken, sondern auch in der Gemeinschaftsverpflegung bio-regional funktionieren sollen, etwa in Care-Einrichtungen, Großküchen oder anderen Versorgungsbereichen.
Die Leckereien werden aus biologischen Zutaten der Region hergestellt. Grundlage sind saisonale Rezeptideen und eine durchdachte Kalkulation, die auch im Alltag professioneller Küchen tragfähig bleibt. Die Teams müssen zeigen, dass nachhaltige Care-Verpflegung mehr sein kann als ein theoretisches Ziel. Sie soll genussvoll, gesundheitsförderlich, bezahlbar und in größeren Mengen umsetzbar sein.
Getragen wird das Projekt durch die Zusammenarbeit des Referats für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München, des Städtischen Beruflichen Schulzentrums Alice Bendix und des Münchner Ernährungsrats. Gemeinsam schaffen sie einen Rahmen, in dem junge Fachkräfte praktische Erfahrungen sammeln und neue Ideen für eine zukunftsfähige Verpflegung entwickeln können.
Festliches Bio-Menü für den Care-Bereich
Im Vorfeld des Wettbewerbs entwickelten die Studierenden im Unterricht eigene Menüs aus bio-regionalen Zutaten, die im März und April Saison haben. Unter dem Motto „festliches Menü zur Osterzeit“ entstanden vollständige Menüfolgen mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Beim Wettbewerb wurden die Gerichte anschließend gekocht, präsentiert und von einer Jury bewertet.
Ausgerichtet waren die Menüs auf die Gemeinschaftsverpflegung im Care-Bereich. Dazu zählen unter anderem Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Senioreneinrichtungen oder andere soziale Versorgungsbereiche, in denen Essen mehr sein soll als eine reine Versorgung. Es soll stärken, Freude machen, zur Gesundheit beitragen und zugleich zu den organisatorischen Möglichkeiten der Einrichtung passen.
Gerade hier ist die Herausforderung groß. Knappe Budgets, begrenzte Kücheninfrastruktur und Personalmangel treffen häufig auf hohe Erwartungen an Geschmack, Qualität und ernährungsphysiologische Ausgewogenheit. Der Wettbewerb zeigt deshalb praxisnah, wie gut ausgebildete Fachkräfte dazu beitragen können, nachhaltige Care-Verpflegung attraktiver, gesünder und alltagstauglicher zu gestalten.
„radikal bio-regional“ München 2026 zeigt bezahlbare nachhaltige Care-Verpflegung
Beim Wettbewerb wurde deutlich, dass sich Gemeinschaftsverpflegung bio-regional auch wirtschaftlich umsetzen lässt. Die Studierenden planten ihre Menüs nicht nur kreativ und nachhaltig, sondern kalkulierten sie zugleich praxisnah für den Care-Bereich. Ziel war ein festliches Drei-Gänge-Menü mit biologischen und regionalen Zutaten zu einem Preis von maximal 8,50 Euro pro Tischgast.
Damit zeigt das Projekt, dass nachhaltige Care-Verpflegung keineswegs automatisch teuer sein muss. Entscheidend sind saisonale Produkte, kurze Lieferwege und die direkte Zusammenarbeit mit Bio-Erzeugerbetrieben aus der Region. Genau diesen Ansatz verfolgten die Teams bei „radikal bio-regional“ München 2026, indem sie ihre Zutaten selbst auswählten und auf regionale Verfügbarkeit achteten.
Die Ziele der „radikal bio-regional“
Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, junge Fachkräfte frühzeitig für bio-regionale Küche und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung zu begeistern. Gleichzeitig sollen die Teilnehmenden praktische Erfahrungen unter realistischen Bedingungen sammeln und lernen, wie sich wirtschaftlich tragfähige Menüs für Großküchen, Care-Einrichtungen oder Mensen entwickeln lassen.
Darüber hinaus bringt „radikal bio-regional“ regionale Bio-Erzeuger, Küchen, Ausbildungsstätten und Institutionen enger zusammen und stärkt damit eine nachhaltige Wertschöpfungskette vor Ort. Die entwickelten Konzepte sollen zeigen, dass nachhaltige Care-Verpflegung sich auch konkret in die Praxis übertragen lässt. Gute Beispiele und erfolgreiche Menüideen dienen dabei als Inspiration für weitere Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung.
Regeln und Gewinner-Menü des Bio-Kochwettbewerbs
Die Regeln des Wettbewerbes sind so gewählt, dass sie anspruchsvoll, aber dennoch machbar sind. Alle verwendeten Zutaten müssen aus einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern rund um München stammen, ausgenommen sind lediglich Salz und Gewürze. Gleichzeitig müssen die Rezepturen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen und damit eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Verpflegung unterstützen.
Neben Geschmack und Kreativität zählen auch Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit. Die Teams kalkulieren Wareneinsatz, Betriebskosten, Personalaufwand und Endkundenpreis und zeigen damit, ob ihre Menüidee auch unter realistischen Bedingungen in Großküchen funktionieren kann. Bewertet werden außerdem Regionalitätsanteil, Kostenstruktur, Präsentation und die Ansprache der Tischgäste – inklusive festlicher Dekoration und Menükarte für den Care-Bereich.

Das Gewinnermenü
Vorspeise: Rote Bete Carpaccio mit Feta, Rucola und karamellisierten Walnüssen.
Hauptspeise: Rote Bete-Räuchertofu-Pflanzerl mit Kartoffelpüree, Mangold und Bärlauch-Dip.
Nachspeise: Pudding-Quarkcreme mit Rhabarber und Löffelbiskuit.




